Gesunde Ernährung für deinen Hund – was braucht er wirklich?

Wenn wir über gesunde Ernährung für Hunde sprechen, denken wir oft zuerst an das Futter im Napf.

Welches Futter ist gut? Wie hoch sollte der Fleischanteil sein? Ist Nassfutter besser als Trockenfutter? Braucht mein Hund Getreide oder sollte es lieber getreidefrei sein?

Vielleicht kennst du das auch: Je mehr man sich mit Hundeernährung beschäftigt, desto mehr Fragen tauchen auf.

Und manchmal hat man am Ende fast das Gefühl, man müsste Ernährungswissenschaft studiert haben, um seinen Hund richtig zu füttern.

Dabei darf Hundeernährung viel einfacher sein.

Es geht nicht darum, die eine perfekte Futtermarke zu finden. Viel wichtiger ist zunächst die Frage:

Was braucht mein Hund eigentlich, damit er gut versorgt ist und sich mit seiner Ernährung wohlfühlt?

Schauen wir uns das einmal ganz in Ruhe an.

Protein – ein wichtiger Baustein

Protein gehört zu den grundlegenden Nährstoffen in der Ernährung deines Hundes. Der Körper benötigt die enthaltenen Aminosäuren unter anderem für Muskeln, Gewebe und viele weitere wichtige Körperfunktionen.

Dabei kann Protein aus unterschiedlichen Quellen stammen – sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Lebensmitteln.

Deshalb erzählt ein Blick auf den Fleischanteil eines Futters allein noch nicht die ganze Geschichte.

Viel wichtiger ist, wie die gesamte Ration zusammengesetzt ist und ob sie deinen Hund mit den Nährstoffen versorgt, die er tatsächlich braucht.

Und natürlich spielt auch dein Hund selbst eine Rolle: Ein junger, aktiver Hund hat andere Bedürfnisse als ein gemütlicher Senior.

Wenn du einen älteren Hund hast, findest du dazu auch in meinem Beitrag „Senioren richtig ernähren“ weitere Informationen.

Fette – Energie und wichtige Funktionen

Fett ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Hundeernährung.

Es liefert viel Energie und spielt unter anderem für Haut und Fell, Zellmembranen und die Aufnahme bestimmter Vitamine eine wichtige Rolle.

Auch die verschiedenen Fettsäuren sind interessant. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren erfüllen unterschiedliche Aufgaben und gehören beide zu einer ausgewogenen Ernährung.

Dabei müssen wir nicht jede einzelne Zahl auf der Verpackung auswendig kennen.

Es geht vielmehr darum, die Ernährung als Ganzes zu betrachten und darauf zu achten, dass dein Hund passend zu seinem individuellen Bedarf versorgt wird.

Kohlenhydrate – dürfen sie in den Napf?

Auch bei Kohlenhydraten gehen die Meinungen oft weit auseinander.

Dabei sind Kohlenhydrate nicht automatisch schlecht für Hunde. Je nach Ration und individuellem Bedarf können sie durchaus eine sinnvolle Energiequelle sein.

Ob Getreide, Kartoffeln oder andere Kohlenhydratquellen geeignet sind, lässt sich deshalb nicht pauschal für jeden Hund beantworten.

Denn auch hier gilt:

Was für den einen Hund gut funktioniert, muss für den anderen nicht genauso passen.

Ballaststoffe – klein, aber wichtig

Wenn wir über Ernährung sprechen, sollten wir auch die Ballaststoffe nicht vergessen.

Sie können eine wichtige Rolle für die Verdauung spielen und beeinflussen unter anderem die Beschaffenheit des Kots und die Darmtätigkeit.

Gerade wenn dein Hund einen empfindlichen Verdauungstrakt hat, lohnt es sich deshalb, nicht nur auf die Hauptzutaten zu schauen, sondern die Ration insgesamt zu betrachten.

Vitamine und Mineralstoffe – die kleinen Bausteine

Eine ausgewogene Ernährung besteht natürlich aus mehr als Protein, Fett und Kohlenhydraten.

Auch Vitamine und Mineralstoffe werden benötigt, damit der Körper deines Hundes seine vielen Aufgaben erfüllen kann.

Dabei kommt es auf das Zusammenspiel an.

Eine Ration kann beispielsweise einen hohen Fleischanteil haben und trotzdem nicht automatisch vollständig ausgewogen sein.

Genau deshalb lohnt es sich, nicht einzelne Zutaten isoliert zu betrachten, sondern immer die Ernährung als Ganzes.

Und dann ist da noch etwas ganz Wichtiges: dein Hund

So viele Zahlen, Zutaten und Nährstoffe auch wichtig sind – am Ende füttern wir keinen Nährstoff, sondern unseren Hund.

Und der zeigt uns jeden Tag, wie es ihm geht.

Du kannst zum Beispiel beobachten:

Die Verdauung:
Wie sieht der Kot aus? Ist er regelmäßig und gut geformt? Gibt es immer wieder Veränderungen?

Haut und Fell:
Ist das Fell glänzend und die Haut unauffällig? Oder bemerkst du trockene Haut, Schuppen oder vermehrten Juckreiz?

Gewicht und Körperzustand:
Passt die Futtermenge zu deinem Hund und seinem tatsächlichen Energiebedarf?

Allgemeines Wohlbefinden:
Wirkt dein Hund zufrieden, ausgeglichen und aktiv? Oder bemerkst du Veränderungen?

Dabei müssen wir nicht jeden einzelnen Tag überbewerten.

Viel interessanter sind die Muster, die sich über einen längeren Zeitraum zeigen.

Und genau deshalb kann ein Futtertagebuch so hilfreich sein. Wenn du regelmäßig notierst, was dein Hund frisst und wie es ihm damit geht, können Zusammenhänge sichtbar werden, die im ganz normalen Alltag schnell untergehen. Mein Futtertagebuch für vier Wochen kann dich dabei begleiten.

Gesunde Ernährung muss nicht kompliziert sein

Vielleicht ist das Schönste an einer gesunden Ernährung, dass sie nicht jeden Tag perfekt aussehen muss.

Es geht nicht darum, jede Zutatenliste auswendig zu kennen oder ständig nach der neuesten Empfehlung zu suchen.

Es geht darum, deinen Hund gut zu versorgen, seine Bedürfnisse zu berücksichtigen und aufmerksam zu beobachten, wie es ihm damit geht.

Denn dein Hund ist einzigartig.

Sein Alter, sein Alltag, seine Aktivität, seine Vorlieben und seine individuelle Verträglichkeit machen ihn zu dem Hund, der er ist.

Deshalb darf auch seine Ernährung individuell sein.

Und wenn du gerade das Gefühl hast, dass du bei all den Informationen rund ums Futter gar nicht mehr weißt, wo du anfangen sollst, dann müssen wir nicht sofort die nächste Futtersorte ausprobieren.

Wir können erst einmal gemeinsam schauen, was dein Hund bisher bekommt, was du beobachtest und wo vielleicht der rote Faden liegt.

Genau dafür ist mein Klarheitsgespräch da: Wir sortieren gemeinsam, was bisher passiert ist, schauen auf deine Fragen und überlegen, welche nächsten Schritte für dich und deinen Hund sinnvoll sein können.

Denn gesunde Ernährung bedeutet nicht, alles perfekt zu machen.
Sie bedeutet, deinen Hund zu verstehen und ihm das zu geben, was er wirklich braucht.

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